Terrassenüberdachung Baugenehmigung – Ist sie nötig?

Wird für die Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung benötigt? Dieser Frage wollen wir nachgehen und können nach Recherche eine allgemeingültige Antwort geben. Diese betrifft aber nicht direkt die Baugenehmigung.

Tatsächlich ist die Regelung, ob eine Genehmigung eingeholt werden muss, vom Bundesland und oftmals sogar von der Gemeinde abhängig. So kommt es häufig vor, dass im Nachbardorf andere Regeln gelten, als beim eigenen Heim.

Hier die allgemeingültige Antwort: Beim zuständigen Bauamt nachfragen (persönlich, per Mail oder Telefon) ob die Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung erfordert.

Terrassenüberdachung Baugenehmigung – Welche Möglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich kann zwischen mehreren Sachverhalten unterschieden werden. Ein und dieselbe Überdachung kann in drei verschiedenen Ortschaften, drei verschiedene Wege der Legimitation benötigen.

  • Keine Meldung – Für den Bauherrn ist es am einfachsten, wenn gar keine Meldung beim Amt gemacht werden muss. Häufig ist dies jedoch unklar, so dass automatisch eine Anfrage beim Amt eingehen wird. Je nach Antwort des Mitarbeiters, sollten die Fronten geklärt sein.
  • Anzeige – Immer noch sehr leicht und unkompliziert geht eine Anzeige von der Hand. Hier wird dem Bauamt das Vorhaben mitgeteilt.
  • Baugenehmigung – Ist eine Baugenehmigung erforderlich, so sollte diese auch eingeholt werden. Wird der Bau vom Terrassendach ohne Genehmigung begonnen, so kann bei einer Anzeige eine Buße von Seiten der Behörde erstellt werden. Auch der Rückbau steht dann zur Debatte.

Um eine Anzeige auszuschließen ist es oftmals ratsam solche Projekte mit den direkten Nachbarn abzusprechen. Dies ist im Baurecht, auch beim z.B. Wintergarten essentiell. Oftmals spielen auch die Ausmaße des Vorhabens eine Rolle. Bei einer Größe ab 30 Kubikmetern beginnt häufig die Genehmigungspflicht. Während die Höhe, Breite und Länge maßgeblich sein kann, ist das Material (Holz, Aluminium, Stahl oder Glas) nebensächlich.

Nachfolgend haben wir die Regelungen der einzelnen Bundesländer aufgeführt, wo die Erweiterung vom Haus mit einem Dach reglementiert ist. Eine Nachfrage wird dennoch empfohlen. Bei diesem Beitrag handelt es sich um keine offizielle Beratung und ein Telefonat ist schnell geführt. Besonders da sogar Gemeinden eigene Regeln haben können, wird eine Rückfrage empfohlen.

Bundesländer Vorschrift
Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland Für gewöhnlich wird lediglich ein Bauantrags-Entwurf benötigt. Auf Statik wird verzichtet. In Hamburg gibt es gesonderte Auflagen, die erfragt werden müssen.
Berlin Es ist für Carports und Überdachungen ein vollständiger Bauantrag vorzulegen.
Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen Ohne Genehmigung können Auto- und Terrassendächer bis 40 Kubikmeter aufgestellt werden. Rechtliche Bestimmungen, können beim Bauamt eingesehen werden. Unterlagen müssen häufig dennoch eingereicht werden.
Rheinland-Pfalz und Brandenburg Bis zu drei Meter Raumhöhe und 50 Kubikmeter sind Terrassenüberdachungen frei von einer Genehmigung zu bauen. Öffentlich rechtliche Rahmenbedingungen müssen erneut im Amt eingeholt werden.
Bremen und Mecklenburg-Vorpommern In den Bauvorschriften ist lediglich das Carport bis 30 Kubikmeter genannt. Es ist anzunehmen, dass dies auch für Überdachungen gilt, welche in diesem Sinne ohne Genehmigung errichtet werden dürften.
Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Hier herrscht zumeist Genehmigungsfreiheit für Terrassendächer, Carports und Garagen. Allerdings gibt es strenge Auflagen in Neubaugebieten.

Es sollte immer eine schriftliche Bestätigung eingeholt werden, die zu den Unterlagen geheftet werden kann. Dann ist es möglich die Terrasse rechtssicher zu überdachen, ohne bei einem späteren Anruf vom Bauamt an die Decke zu springen.

Ein Großteil der Überdachungen in Deutschland ist höchstwahrscheinlich ohne Baugenehmigung aufgestellt worden. Teilweise weil diese auf Nachfrage nicht nötig war, aber auch weil einfach nicht gefragt wurde. Das Amt wird nur durch eine Anzeige von dem Bauvorhaben erfahren.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, ob bei der Baubehörde nachgefragt wird. Wir können nur empfehlen den gesetzeskonformen Weg zu gehen und somit eine Anzeige und Sanktionen für das eigene Bauprojekt auszuschließen.

Wie gesagt ist die Terrassenüberdachung Baugenehmigung auch nicht immer erforderlich.